Schiffsfonds Vergleich
Die Containerschifffahrt und die touristische Seefahrt erleben seit einigen Jahren einen
starken und kontinuierlichen Boom. Immer mehr Menschen verbringen ihren Jahresurlaub auf hoher See und immer mehr Waren werden global mit Hilfe von Schiffen transportiert.
Der Bedarf an neuen Schiffen, Containerkapazitäten und Luxuslinern stieg im letzten Jahrzehnt rasant. Die Frachtschifffahrt profitierte besonders vom Boom vieler Schwellenländer und der gestiegenen Nachfrage nach Rohstoffen. Mit Schiffsfonds bietet sich Anlegern eine Möglichkeit, am Boom der Seefahrt zu partizipieren.
Schiffsfonds werden in aller Regel als sogenannte geschlossene Fonds aufgelegt. Das heißt, dass der Schiffsfonds für die Neuanlage von Anlegergeldern geschlossen wird, wenn ein bestimmtes Zielvolumen erreicht wurde. Die Erreichung des angestrebten Fondsvolumens ist innerhalb einer zeichnungsfrist vorgesehen, welche vom Initiator des Schiffsfonds festgelegt wird. Oftmals ist die Zeichnungsfrist aber flexibel und wird bei Nichterreichen des angestrebten Fondsvolumens verlängert.
Durch die erbrachte Einlage -
die meisten Schiffsfonds sehen eine Mindestbeteiligung von 15.000 Euro vor - wird in der Regel der Kauf eines oder mehrerer Schiffe oder Container finanziert.
Die Laufzeit der meisten Schiffsfonds liegt deutlich über fünf Jahren. Viele Produkte sind sogar für Laufzeiten von über 15 Jahren aufgelegt. Bei der Zeichnung eines Schiffsfonds wird in der Regel auch ein Ausgabeaufschlag fällig, der in seiner Höhe bei etwa 5 Prozent liegt. Durch das Agio deckt der Initiator die Kosten für den Vertrieb des Schiffsfonds.
Schiffsfonds werden, wenn es sich um geschlossene Fonds handelt, als Kommanditgesellschaften initiiert. Dadurch wird der Anleger immer zum Teilhaber (Kommanditist) eines Unternehmens und erzielt dementsprechend Einnahmen aus Gewerbebetrieb.
Die Abgeltungssteuer fällt für Ausschüttungen aus Schiffsfonds nicht an. Stattdessen werden Erträge in der Regel mit der Tonagesteuer belegt, was für den Investor in der Regel eine deutlich niedrigere Steuerbelastung mit sich bringt. Aufgrund des unternehmerischen Risikos, welches jeder Investor mit der Beteiligung an einem geschlossenen Schiffsfonds eingeht, ist immer auch die theoretische Gefahr eines Totalverlustes gegeben. Eine Nachschusspflicht für den Anleger ist allerdings ausgeschlossen.
Die Höhe der Erträge eines Schiffsfonds hängt in der Regel von dem Bereich ab, in dem die Beteiligung erfolgt. So waren in der Containerschifffahrt in den vergangenen Jahren oft prozentual zweistellige Renditen erzielt werden. Für Beteiligungen im Bereich der touristischen Seefahrt lagen die Renditen dagegen deutlich unter den vorgenannten. Die Höhe der Erträge schwankt vor allem in der Containerschifffahrt mit dem Welthandel. Eine Abkühlung des Welthandels hat zwangsläufig eine Reduktion der Renditen zur Folge.
Bekannte und renommierte Anbieter aus dem Bereich der Schiffsfonds sind beispielsweise MPC Capital, Lloyd Fonds, König und Cie., HCI Capital oder Dr. Peters. Auf unbekannte Größen sollten Anleger nicht blind vertrauen. Da Schiffsfonds fast keinen Kontrollen und Einschränkungen unterliegen, sind die Risiken, ein schlechtes Produkt zu zeichnen ungleich höher, als bei offenen Investmentfonds.
Aktuell sollte man die Entscheidung für die Geldanlage in Schiffsfonds auf keinen Fall überstürzt fällen. Aufgrund der Rezession und dem daraus resultierenden Rückgang des Welthandels sind die Risiken für Investments in Schiffsfonds enorm gestiegen. Erträge, die noch vor ein oder zwei Jahren als sicher galten, stehen heute zur Disposition. Das Chancen-Risiko Verhältnis für Schiffsfonds hat sich demnach deutlich verschlechtert. Mit dem Wiederaufleben der Weltkonjunktur dürften Anteilseigner von Schiffsfonds aber wieder zu den Gewinnern zählen.